Ein selbst gehostetes Recap-Tool, das Plex-Nutzern seit drei Jahren einen Rückblick im Stil von Spotify Wrapped auf ihr Sehverhalten bietet, hat seinen Umfang erweitert. Das Projekt, früher Plex Rewind genannt und jetzt als Rewindarr umbenannt, unterstützt nun auch Jellyfin – laut der Ankündigung auf r/jellyfin.
Der Entwickler beschreibt sich als langjährigen Plex-Nutzer, der Jellyfin erst kürzlich neben seinem bestehenden Plex-Server eingerichtet hat. Auslöser waren Wiedergabeprobleme mit DoVi-Profile-8-Dateien auf Apple-Geräten im offiziellen Client, wodurch laut seiner Aussage mehr als die Hälfte seiner Bibliothek dort nicht abspielbar war. Statt nur einen Drittanbieter-Client zu installieren, richtete er eine Jellyfin-Instanz ein – und erweiterte anschließend sein Recap-Projekt darauf. Auf der Plex-Seite bezieht das Tool seine Daten über Tautulli; die Jellyfin-Seite läuft über Tracearr.
Was das Tool macht
- Rewind: ein Recap im Story-Stil pro Nutzer, mit Gesamt-Sehzeit und deren Aufteilung auf Serien, Filme und Musik, außerdem Top-Titel und -Künstler, Lieblingsschauspieler, -regisseure und -genres, dem bevorzugten Wochentag und der Uhrzeit zum Schauen sowie Vergleichen mit anderen Nutzern.
- Dashboard: meistgesehene Filme, Serien und Musik sowie Top-Nutzer für einen beliebigen Zeitraum.
- Activity: was gerade läuft.
- Login mit einem Jellyfin-Konto.
- Extras sind Bewertungen von IMDb, Rotten Tomatoes und TMDB, optionale Anonymisierung, Installierbarkeit als PWA und Verfügbarkeit in sechs Sprachen.
Es wird als einzelner Docker-Container ausgeliefert, die Einrichtungsanleitung steht im README. Dieses Release enthält außerdem eine komplett überarbeitete Oberfläche, wer eine frühere Version ausprobiert hat, sollte also noch einmal einen Blick darauf werfen. Der Entwickler bittet um konstruktives Feedback und verweist bei Bugs auf GitHub-Issues; außerdem merkt er an, dass er für Teile der Arbeit LLMs genutzt hat, aber alles, was einfließt, selbst prüft und testet.
Warum das für Self-Hoster relevant ist
Recap-Tools sind ein kleiner, aber angenehmer Teil des Betriebs eines eigenen Medienservers: Sie machen aus dem Sehverlauf etwas, das man sich tatsächlich ansehen kann, und gehören bei gehosteten Plattformen selbstverständlich zum Angebot. Ein einzelner Container, der sowohl Plex als auch Jellyfin abdeckt, ist praktisch für alle, die beide während einer Migration oder dauerhaft parallel betreiben. Der Jellyfin-Login ist sinnvoll, weil er ein separates Kontosystem vermeidet.
Kommentar
Wenn du gerade von Plex zu Jellyfin migrierst oder einfach beide laufen lässt, ist das ein einfaches Experiment: ein Container, dein bestehendes Jellyfin-Konto und keine Änderungen an deiner Bibliothek. Wie immer bei Community-Projekten gilt: Lies das README vor dem Deployment, halte es in deinem internen Netz oder hinter deinem üblichen Reverse-Proxy-Setup und melde Probleme upstream, statt lokal zu patchen. Wenn du bei deiner Jellyfin-Installation noch weiter gehen willst, decken unsere Jellyfin-Plugins Nutzerregistrierung, Zahlungen und Zugriffs-Logging ab.